Freitag, 20. Dezember 2013

Weihnachtsrituale

Die Perlenmama hat einen Post über den Ablauf ihres Weihnachtsfests geschrieben und wünsch sich Posts über Weihnachtseigenarten...

Da versuch ich mich mal:

Noch vor ein paar Jahren haben wir Weihnachten in einem etwas größeren Familienkreis gefeiert. Da waren immer meine Mutter und meine Oma dabei, einmal, oder zweimal die Schwiegermutter der Schwiegeronkel und der Schwager. Da war immer echt viel los in unserer Wohnung.
Den Baum haben wir immer kurz vor Heiligabend organisiert, meist gab es dann keine wirklich schönen mehr, oder die Preise haben uns total abgeschreckt.

Oh, ich muss zu einem ganz besonderen Weihnachtsbaum abschweifen! Hier also eine kleine Zwischenanekdote:
Als der große-kleine-Mann noch klein war (ich glaub er war 4) und an den kleinen-kleinen-Mann noch nicht zu denken war, da waren wir wirklich knapp in der Zeit mit dem Weihnachtsbaumkauf. Der große-Mann musste arbeiten, ich hab noch studiert und so war es an mir und dem damals einzigen kleinen-Mann einen Baum zu organisieren.
Die Auswahl beim Weihnachtsbaumdealer um die Ecke war schon echt begrenzt und es gab entweder riesig groß uns unglaublich kostspielig oder halt klein, mickrig und irgendwie mit Handicap.
Wir mussten nicht allzu lange überlegen, um den Entschluss zu fällen, dass es wohl ein kleinerer Weihnachtsbaum werden wird, den sich die Familien dann aber finanziell auch leisten kann.
Was macht der kleine-Mann? Er geht zielstrebig zu der räudigsten Tanne, die der Dealer hat und erklärt einer echt verblüfften Mutter, also mir, weshalb es diese Tanne, mit ohne Spitze, mager und schon jetzt ziemlich kahl, sein soll.
Der kleine-Mann mit dem großen Herz wollte dieser Krepeltanne ein schönes Weihnachtsfest schenken. Schau Mama, wenn wir die nicht mitnehmen, nimmt die doch keiner und dann kommt die auf den Müll und ist voll traurig. Aber wenn wir die mitnehmen, dann hat sie es schön und warm und sieht mit den Kugeln und der Spitze und mit den Kerzen auch echt hübsch aus. Dann freut sich die Tanne voll.
Da stand ich dann mit Tränen in den Augen und in der Gewissheit, dass das nur mein Sohn sein kann und zahlte ganze 5 Euro für die Tanne, die dann auch wirklich hübsch aussah und ein ganz tolles Weihnachtsfest mit uns feiern durfte. Der große-Mann erklärte den kleien-Mann und mich für total verrückt, dass wir für so ein hässliches Tannendings auch noch Geld gezahlt hätten, aber am Ende hat er die Krepeltanne auch, wenn auch nicht ins Herz geschlossen, so doch wenigstens mal angelächelt.

So, nun zurück zu unseren Weihnachtsfesten:
Am Weihnachtstag selbst kamen also diverse Familienangehörige zu uns. Meist haben wir zusammen Mittag gegessen, was immer etwas stressig für mich war. Für viele Leute kochen, macht mir mal überhaupt nichts aus, aber für viele Leute zu einer vorab ausgemachten Zeit zu kochen, diese dann auch einzuhalten, und eine aufmerksame und freundliche sowie gutaussehende Gastgeberin zu sein, die zudem auch noch die Kinder bei Laune hält, das hat mich an meine Grenzen gebracht. Und so kam es, dass Weihnachten irgendwie in aller erster Linie erst mal anstrengend und stressig und nicht wirklich schön war.

Das hatte zur Folge, dass wir die Schwiegermutter, den Schwiegeronkel und den Schwager quasi ausgeladen haben. Nein, natürlich nicht, wir haben sie aber eben nicht mehr explizit eingeladen, und so kamen sie dann auch nicht mehr.
Meine Mutter und meine Oma waren aber noch zwei Jahre lang bei uns. Das war nicht wirklich anstrengend, denn die beiden sind ausgezeichnete Gäste, die den Tisch decken, die Knödel abgießen, die kleinen-Männer bespaßen und und und.
Wir haben dann alle gemeinsam gegessen, sind vielleicht noch eine Runde spazieren gegangen, in dieser Zeit hat der Weihnachtsmann uns komischer Weise immer verpasst. Und als wir wieder zurückkamen, stand da immer (also zwei Jahre lang) ein großer Sack mit Geschenken.
Die wurden dann verteilt, immer schön eins nach dem anderen, so dass jede und jeder mitbekommen konnte, was die anderen geschenkt bekommen hatten.
Das waren wirklich wundervolle Weihnachtsfeste.

Im letzten Jahr sagte meine, Oma, dass sie Heiligabend nicht mehr zu uns kommen könne. Es war ihr zu viel, zu viel Trouble, zu viel Anstrengung zu viel Lautstärke, zu viel Fahrerei...
Das fanden wir zwar schade, aber haben das natürlich akzeptiert. Zumal wir schon immer am ersten Feiertag alle zu ihr gefahren sind. Da hat sich dann die ganze Familie getroffen. Meine Mutter, meine Oma, die Onkels und die Tante, eben alle.

Und so kam es, dass wir als kleine Kernfamilie schauen konnten, wie wir  Weihnachten verbringen wollen. Im letzten Jahr war es toll und deshalb soll es auch in diesem Jahr wieder so sein:
Wir werden gemütlich Frühstücken, die Kinder ewig im Schlafanzug durch die Wohnung tollen lassen und uns dann ganz langsam um die Vorbereitungen fürs Mittagessen kümmern. Bei uns gibt es Weihnachten meist einen Braten (einfach, weil der sich ja im Ofen fast allein macht.), Knödel und Rotkohl. Für die kleinen-Männer gibt es Köttbullar anstelle des Bratens, das erspart Diskussionen und entspannt ungemein. Meist spielen wir alle gemeinsam etwas und vertrödeln den Vormittag. Mittagessen gibt es, wenn wir Hunger haben und das Essen eben fertig ist. Zum Kaffee sind wir dann bei meiner Schwiegermutter, obwohl sie nicht mehr Weihnachten feiert (meine Schwiegermutter ist seit Anfang des Jahres jüdischen Glaubens). Wenn wir dann nach Hause kommen, haben wir schon wieder den Weihnachtsmann verpasst (vielleicht schaff ich es ja im nächsten Jahr mal einen kommen zu lassen) und freuen uns über die dagelassenen Geschenke.
Da es dann noch nicht allzu spät ist, können die beiden kleinen-Männer auch noch mit den neuen Sachen spielen. Der Abend wird meist etwas länger, da ja eine ganze Menge passiert ist, was noch mal besprochen werden muss.

Solange ich denken kann, bin ich am ersten Feiertag bei meiner Oma, und das soll auch so bleiben. Die gesamte Familie (oder eben alle die wollen und Zeit haben) treffen sich dort. Noch bis zum letzten Jahr zum gemeinsamen Mittagessen, aber da auch das zu viel war, haben wir in diesem Jahr verabredet, dass die Oma (für einige Mutter, für andere Tick-Tack-Oma) nicht mehr kochen müssen soll und so treffen wir uns zum Kaffee und werden einen wundervollen Nachmittag verbringen.

So, that´s it.
Habt alle tolle Weihnachten!

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