Montag, 9. September 2013

Urlaub Zwischenspiel


In der Zeit, in der der große-kleine-Mann an der Ostsee weilte, sind der kleine-kleine-Mann und ich noch mal allein unterwegs gewesen.

Die Hinfahrt durften wir noch im Auto genießen. Der große-Mann hat uns gefahren. Es ging nach Alveslohe nach Schleswig-Holstein zu einer guten Bekannten.
Bei der durften wir zwei Nächte im Wohnwagen (ihrem Wohnwagen wohlgemerkt) auf dem Grundstück schlafen.

Schon lange schwärmte ich von Apfelkisten. Ein neues Zuhause für meine Stöffchen wollte ich daraus bauen. Aber hier in Berlin sind sie entweder nicht zu finden, und wenn frau dann mal auf welche gestoßen ist, sind die so unverschämt teuer, dass selbst ich das nicht vereinbaren konnte.

Da der große-Mann uns den Fahrdienst angeboten hatte und ja das Auto auf der Rücktour auch nicht leer sein muss, hab ich also in Berlin vorab ein Wenig Recherche betrieben. Auf der Hinfahrt dann schnell mal eben sechs Apfelkisten in den Kofferraum geschoben und gut ist.

Tadaaaa

sooooo

schöööööön
 
 
 
Mit der lieben Bekannten haben wir dann einen Ausflug an die Nordsee gemacht. Watt laufen, Schlick schliddern, Muscheln sammeln und Krebse gucken, standen auf dem Programm.
Dumm nur, dass:
a-stens) der kleine-kleine-Mann nachdem er den ersten Krebs gesehen hatte, keinen Fuß mehr auf diesem "verseuchten" belebten Meeresboden mehr setzen wollte und ich ihn so die ganze Zeit am Hals kleben hatte,
b-stens) das Ufer der Nordsee eben nicht aus Sandstrand besteht, sondern wir auf einer mit Gras bewachsenen Düne lagen, und so der kleine-kleine-Mann seinen Eimer und die Schippen nur zweckentfremdet nutzen konnte und
c-stens) das Wasser nicht schön flach anfängt und dann kontinuierlich gut abschätzbar immer tiefer wird, sondern über eine Treppe zu begehen war und dann eben mal gleich tieeeef war.
 
Na ja, der kleine-kleine-Mann wollte ja eh den Boden nicht berühren...
 
Schön war´s trotzdem!!
 
 


An unserem letzten Tag sind wir dann mit der Regional- und S-Bahn nach Hamburg gefahren. Dort haben wir unser Gepäck am Bahnof abgegeben und haben uns auf den Weg zu den Landungsbrücken gemacht.
Wie es sich gehört, haben wir eine Hafenrundfahrt mit dem Schff gemacht. Der kleine-kleine-Mann war ganz gespannt und hat tatsächlich eine ganze Stunde neben mir gesessen und alles aufgesaugt, was der Mann an Bord über Containerschiffe, Verladekräne und Werften erzählt hat.

 





Danach haben wir Pommes gegessen, Postkarten gekauft und bis auf fünf Euro unser Geld verprasst. (das ist im Verlauf meiner Rückschau wichtig, also merket!!)

Es war also an der Zeit die Heimreise nach Berlin anzutreten. Mit der Bahn, wie aufregend. Der kleine-kleine-Mann war noch nie mit der Bahn unterwegs. Also zurück zum Hamburger Hauptbahnhof. Hier war der Plan folgender:
1. Zugkarten kaufen
2. Koffer abholen
3. zum Bahnsteig gehen und
4. in den Zug einsteigen

Ja ja, Pläne...
Es kam wie folgt:
1. Zum Fahrkartenautomaten gehen, Geldbörse aus der Tasche kramen und entsetzt feststellen, dass da keine ec- und auch keine Visacard drin sind!!! Es befanden sich sehr wohl aber zwei Karten in der Börse: die Krankenkassenkarten der beiden kleinen Männer. Herrlich
2. Kurz überlegen, ob es Sinn macht hysterisch zu werden, denn da waren nur noch fünf Euro im Portemonnaie!!!
3. Dem kleinen-kleinen-Mann ein Eis kaufen um in Ruhe mit dem großen-Mann im Berlin telefonieren zu können. Immerhin, die Karten lagen beide auf dem Tisch im Arbeitszimmer, waren also nicht abhanden gekommen, wunderbar.
4. Mit dem kleinen-kleinen-Mann in das Reisezentrum der Deutschen Bahn gegangen. Dort dem netten Herrn erklärt, dass ich leider keine Bahnfahrt bezahlen könne, da ich meine ec-Karte in Berlin vergessen hätte. Der darauf hin: "Das ist kein Problem, Sie können auch bar bezahlen." Ich: "hüstel... ne, leider nicht, da ich nur noch vier Euro Bargeld in der Tasche habe. Da müsste ich dann wohl erst abends auf den Strich gehen, um das zahlen zu können."(da hab ich schon fast vor Lachen auf dem Boden gelegen) Der nette Herr von der Bahn (ohne die Miene zu verziehen): "Dann müssten Sie halt jemanden finden, der´s Ihnen bezahlt". Ich (mit einem breiten Grinsen im Gesicht): "Das würde dann wieder Strich bedeuten, ist also keine Option. Vielen Dank und guten Tag".
Das war mal eine komische Konversation, auch wenn ich das wohl allein so empfunden habe.
Wieder draußen auf dem Bahnhof hatte ich dann eine Idee. Also
5. dem kleinen-kleinen-Mann noch ein Eis gekauft, um erneut mit dem großen-Mann in Berlin in Ruhe telefonieren zu können. Diesem
6. instruiert zum Bahnhof Südkreuz zu fahen, dort für mich und den kleinen-kleinen-Mann am Automaten ein Zugticket von Hamburg Hauptbahnhof nach Berlin Südreuz zu kaufen und zu zahlen aber um Himmels Willen nicht auzudrucken und mir die Bahntix-Nummer zu simsen, damit ich mir dann nach
7. einer Stunde Erhohlung im Park auf der Wiese neben/gegenüber dem Bahnhof
8. das Bahnticket am Automaten ausdrucken konnte um mit dem kleinen-kleinen-Mann nach Hause zu fahren.
9. Musste ich nur noch die Hürde überwinden ein komatös schlafendes Kind (der kleine-kleine-Mann war mir aus lauter Erschöpfung auf dem Bahnsteig in den Armen eingeschlafen, während wir auf dem Koffer saßen) und einen gefühlt tonnenschweren Koffer in den Zug zu verfrachten. Hierbei bekam ich unerwartete Hilfe von einem wirklich netten jungen Mann, der mich bei der Einfahrt des Zuges aus meiner Grübelei holte, ob es sich wohl lohnen würde hysterisch zu werden mit den Worten: "Ich schlage vor, sie tragen den jungen Mann in den Zug und ich folge Ihnen auf den Fuss mit Ihrem Gepäck."

Ende gut, alles gut. Der kleine-kleine-Mann ist pünktlich zur Zuganfahrt wachgeworden und wir haben die gesamte Heimfahrt unser Abenteuer belacht.






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